Rückblicke

2017

Wucherungen I
Zeichnungen von Egbert Kasper

Egbert Kasper, geb. 1957 in Görlitz, hat sich in den zurückliegenden 30 Jahren durch ein reges Kunstschaffen, zahlreiche Ausstellungen und Publikationen eine charakterstarke, individuelle Position innerhalb der Kunst der Oberlausitz erarbeitet. Zu Ehren des 60. Geburtstags von Egbert Kasper eröffnen der Landkreis Görlitz und die Städtischen Sammlungen der Lessingstadt Kamenz im Jahr 2017 zwei Sonderausstellungen an zwei Orten.

Im Kamenzer Sakralmuseum St. Annen und im Anschluss im Barockschloss Königshain widmen sie sich einem zentralen Themenfeld im grafischen, zeichnerischen wie plastischen Schaffen des gebürtigen Görlitzers, der heute in Kamenz lebt. Dem Wachsen, Werden und Vergehen, das der Künstler mit hoher künstlerischer Sensibilität und einer ausgeprägten Nähe zur Natur seit den frühen 1990er Jahren in seinen Arbeiten erforscht und ins Bild setzt. Die retrospektiv ausgerichteten Ausstellungen rücken dabei besonders den Aspekt des unkontrollierbaren Wucherns als Metapher für ungeplante, sich entwickelnde Lebenswege in den Mittelpunkt.
Die graphischen Strukturen seiner Blätter, die sich in die Tradition der Zeichnung eines Gerhard Altenbourg, Carlfriedrich Claus sowie des informellen Wols einschreiben, bilden ein eigenständiges, facettenreiches Universum, das in den Ausstellungen in Kamenz und Königshain erlebbar wird.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog, der sich dem zeichnerischen Werk des Künstlers zwischen 1993 und 2017 widmet. Bereichert wird der Katalog durch zwei Essays von Holger Birkholz (Kunstwissenschaftler, Dresden) und Sören Fischer (Klosterkirche und Sakralmuseum St. Annen, Städtische Sammlungen Kamenz). Der Katalog kann ab Ende Juni 2017 über den Buchhandel, das Lessing-Museum Kamenz sowie den Online-Shop der Stadt Kamenz erworben werden.

Gesetz und Gnade
Wolfgang Krodel d. Ä., Lucas Cranach d. Ä. und die Erlösung des Menschen im Bild der Reformation

Die Sonderausstellung im Sakralmuseum widmete sich vom 31. März bis 28. Mai 2017 einem Kamenzer Meisterwerk der Renaissance

Vor 500 Jahren verfasste der Augustinermönch und Wittenberger Universitätsprofessor Martin Luther seine berühmten 95 Thesen. Diese Veröffentlichung rüttelte nicht nur an den Fundamenten der römisch-katholischen Kirche, sie wurde auch zum Ausgangspunkt einer theologischen Auseinandersetzung, die die Reformation einleitete.
Aber nicht nur Texte waren für den raschen Erfolg der Reformation von hoher Bedeutung, auch die Macht der Bilder erfuhr in diesem ideologischen wie konfessionellen Kampf eine bis dahin kaum gekannte Relevanz. Gerade durch die zahlreichen Bilder, sei es in Form von Gemälden oder Reproduktionsgrafik, wurde die neue Lehre Luthers und seiner Mitstreiter innerhalb weniger Jahre bekannt und populär.
Als Kern der lutherischen Theologie hatte sich ab ca. 1515 die Rechtfertigungslehre herausgebildet. In dieser behandelt der Reformator die Frage, wie der Mensch trotz seiner Sünden Gnade vor Gott erlangen könne. Entgegen der kirchlichen Tradition lehnte Luther Bußetaten wie beispielsweise Pilgerfahrten, Spenden oder den Kauf von Ablassbriefen als Voraussetzung zur Sündenvergebung kategorisch ab. Stattdessen entwickelte er auf Basis der biblischen Römerbriefe das innovative Konzept, dass der Mensch allein durch den Glauben an Christus errettet werden könne.
Es war Lucas Cranach d. Ä., der diese zentrale reformatorische Erkenntnis vom Text in das Medium des Bildes überführte. Das Bildthema „Gesetz und Gnade“, das als die meist verbreitete Bilderfindung des 16. Jahrhunderts bezeichnet werden muss, war geboren. Cranachs Fassungen mit der Erlösung des Menschen befinden sich heute in namhaften Museen Europas, beispielsweise in Gotha, Nürnberg und Prag.
Es spricht für die überregional bedeutende Qualität der Kamenzer Kunstsammlung, das auch das Sakralmuseum St. Annen eine besonders kostbare Version dieses Themas aus der Reformationszeit bewahrt. Gemalt wurde das Bildpaar „Gesetz und Gnade“, das im Besitz der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde der Stadt ist, vom Schneeberger Maler und Cranach-Schüler Wolfgang Krodel d. Ä. im Jahr 1542.
Zu Ehren des Reformationsjubiläums rückt dieses Bildpaar nun erstmals in den Mittelpunkt einer Sonderausstellung, wird in seiner Einzigartigkeit erfahrbar und mit zahlreichen kostbaren Leihgaben aus Bautzen, Dresden, Görlitz und Zittau – darunter Werke von Albrecht Dürer und Lucas Cranach d. Ä. – in Zusammenhang gebracht. Die Schau findet zugleich in der Klosterkirche und in der angrenzenden Galerie des gläsernen Pavillons der Kamenz-Info statt.
Durch die Kooperation mit dem international ausgerichteten Cranach Digital Archive (Düsseldorf und Köln) wird es dank neuer Infrarotuntersuchungen auch zum ersten Mal möglich sein, „hinter“ die Bilder zu sehen und die Spuren des Malprozesses zu rekonstruieren.
Ergänzt wird die Ausstellung, die von Dr. Sören Fischer kuratiert wird, durch einen Katalog. Dieser widmet sich in verschiedenen Beiträgen von Thomas Binder (Kamenz), Dr. Sören Fischer (Kamenz), Prof. Dr. Ingo Sandner (Dresden) und Kai Wenzel M.A. (Görlitz) den historischen wie kunsthistorischen Aspekten von „Gesetz und Gnade“. Die Ausstellung lädt damit zu Entdeckungen ein, die zugleich die bis heute gültigen Inhalte der Reformation erfahrbar machen.

2016

Dietmar Hommel: Kulturkreise

Eine Sonderausstellung in zwei Teilen

Orte: Galerie des Sakralmuseums St. Annen und Innenhof des Kamenzer Rathauses

Teil I: 18. August bis 27. November 2016 (Galerie des Sakralmuseums St. Annen)
Teil II: 15. November bis 10. Januar 2017 (Innenhof des Kamenzer Rathauses)

Dietmar Hommel (geb. 1936 in Dresden) ist in der Oberlausitz seit über 40 Jahren als Maler aktiv. Mitte der 1970er Jahren aufgrund von ideologischen Differenzen zur offiziellen Staatsdoktrin aus dem Beruf gedrängt, lebt und arbeitet der diplomierte Philosoph als freischaffender Künstler im sächsischen Ort Schwepnitz.

Bereits früh setzte eine intensive bildkünstlerische Auseinandersetzung mit Motiven aus dem Alltags- und Arbeitsleben in der DDR ein. Beeinflusst von seinem Lehrer und Mentor Fritz Tröger entstanden eindrucksvolle, feinmeisterliche Zeichnungen von Maschinen, Landgeräten und Menschen. Landschaften und Stadtansichten, die auch als Hommage an die Oberlausitz gelesen werden können, kamen später hinzu. Der Fall der Mauer 1989 und die danach einsetzende Reisetätigkeit Hommels hatten einen grundlegenden Niederschlag in seinem Werk. Die seit dieser Zeit primär in der von ihm bevorzugten Aquarellmalerei und Bleistift ausgeführten Bilder zeigen mit einem künstlerischen wie touristischen Blick die Menschen des Mittelmeerraumes, Architekturen aus Marokko, Reisende in Frankreich, Gläubige in Jerusalem, die Ruinen des Alten Roms, Kirchen des Baltikums.

Die Sonderausstellung, die zu Ehren des 80. Geburtstags Dietmar Hommels von den Städtischen Sammlungen Kamenz in der Galerie des Sakralmuseums St. Annen und im Rathausinnenhof präsentiert wird, führt erstmals zahlreiche Reisebilder der jüngsten Schaffenszeit mit ihren mal dokumentarischen, dann wieder fantasievoll konstruierten Kompositionen und Weltsichten auf Religionen und Kulturen zusammen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog. Roland Dantz, Oberbürgermeister der Lessingstadt Kamenz, und Elke Röthig, Bürgermeisterin der Gemeinde Schwepnitz, würdigen den Künstler in ihrem im Katalog abgedruckten Grußwort mit den folgenden Worten: „Dietmar Hommel ist durch sein künstlerisches Schaffen in der Region bekannt. Mehrfach hat er in den vergangenen Jahrzehnten seine Bilder in Kamenz gezeigt. Es ist eine Ehrensache für uns, dass wir ihm gemeinsam – die Gemeinde Schwepnitz und die Stadt Kamenz – mit einer Ausstellung in besonderer Weise gratulieren.“

Der zweite Teil der Ausstellung, der weitere Reisebilder des Künstlers zeigen wird, kann vom 15.11.2016 bis zum 10.1.2017 im Innenhof des Kamenzer Rathauses besucht werden.

2016

Franz von Assisi (1181/82–1226) zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der europäischen Kirchen- und Geistesgeschichte.
Schon in jungen Jahren lehnte er den familiären Reichtum ab. Franziskus, der Gründer des gleichnamigen Bettelordens der Franziskaner, wählte in der Nachfolge von Jesus Christus vielmehr ein Leben in Armut, das sich der Nächstenliebe und Barmherzigkeit gegenüber seinen Mitmenschen widmete. Bis heute ist die Strahlkraft des Franziskus ungebrochen: 2013 gab sich Jorge Mario Kardinal Bergoglio nach seiner Wahl zum Papst den Namen Franziskus.

Franziskus inspirierte unzählige Künstler. Bereits um 1300 schuf der Maler Giotto in Assisi einen Freskenzyklus, der zentrale Episoden aus dem Leben des Heiligen illustrierte. Das Sakralmuseum St. Annen würdigt in der Sonderausstellung "Franz von Assisi - Sein Leben in neuen Illustrationen" die Aktualität des franziskanischen Wirkens und unterstreicht zugleich die enge Verbindung der Stadt Kamenz mit dem Bettelorden: Die gotische Kirche St. Annen, die seit 2012 auch als Sakralmuseum genutzt wird, wurde im 16. Jahrhundert als Zentrum eines Franziskanerklosters erbaut und präsentiert heute Kunst aus der Zeit der Klostergründung.

Für dieses Projekt konnten mit Franziska Junge (geb. 1982 in Gera), Rosanna Merklin (geb. 1986 in Berlin) und Nadine Prange (geb. 1980 in Düsseldorf) drei Künstlerinnen gewonnen werden, die ihr spezielles Augenmerk auf die Beziehung zwischen Text und Bild richten. Ausgangspunkt ist die Tradition des mittelalterlichen Freskenzyklus, welche die Absolventinnen der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in die Gegenwartskunst überführen. Entstanden ist ein Zyklus mit neun Episoden aus dem Leben des Franziskus. In den Techniken des Holzschnitts und des Siebdrucks illustriert er so populäre Szenen wie „Die Vogelpredigt“ oder „Die Stigmatisation“.

Mit der Frage nach der Aktualität christlicher Bildthemen für die zeitgenössische Kunst setzt das Sakralmuseum die Serie fort, die 2015 mit der Schau „Kreuzigungen: Meisterschüler in Dialogen mit Beckmann, Corinth, Dalí, Slevogt und Hrdlicka“ begonnen wurde.

Oviolen
Figuren und Bilder von Barbara Seidl-Lampa

4. März bis 20. April 2016

2015/16

Die Bibel
Das Buch der Bücher bewegt die Welt


Die Bibel – das sogenannte „Buch der Bücher“ und über alle Epochen hinweg ein Weltbestseller – ist eine bunte Bibliothek von etwa 70 Einzelbüchern, die in einem Zeitraum von über 1000 Jahren von verschiedenen Autoren verfasst wurden.

Die Schriften des Alten Testaments sind zwischen 1000 und 400 v. Chr. in der damals verbreiteten hebräischen Quadratschrift niedergeschrieben worden. Dieser Bibelteil bildet bis heute die gemeinsame Heilige Schrift für Juden und Christen. Mit den Zehn Geboten aus dem 2. Buch Mose sind der Menschheit unverzichtbare, allgemeingültige Regeln des Zusammenlebens gegeben.

Im Neuen Testament – verfasst etwa zwischen 45 und 100 n. Chr. in griechischer Sprache – sind Glaubenserfahrungen aus frühchristlicher Zeit zusammengetragen worden. Der theologische Hauptunterschied der beiden Testamente liegt in der revolutionierenden Lehre von Jesus Christus: hatte bisher die uneingeschränkte Rache für geschehenes Unrecht gegolten („Auge um Auge, Zahn um Zahn“), so vertrat Christus die Lehre des Gewaltverzichts: „Liebt eure Feinde!“. Auch überkonfessionell betrachtet haben viele Aussagen der Bibel daher bis heute kaum etwas von ihrer Aktualität verloren.

Die Sonderausstellung, die im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 die Bibel als Sammlung von Glaubenszeugnissen und als Kulturgut der Menschheit erlebbar macht, widmet sich im Kontext des Sakralmuseums St. Annen daher diesem für die religiöse wie geistige Weltgeschichte zentralen Buch. Die in Kamenz präsentierten Ausgaben stammen alle aus der reichen Sammlung von Manfred Dietrich (Schwepnitz) und geben exemplarische Einblicke in die vielfältige Funktion von Bibeln und bibelnahen Büchern aus der Zeit der Reformation bis in die Gegenwart.

Anhand der Kapitel „Luther und die Übersetzung der Bibel“, „Die Bibel im Gottesdienst“, „Die Bibel in der Schule“, „Die Bibel in der Familie“, „Die Bibel in der Welt“, „Die Bibel in der Kunst“ sowie „Die Kurfürstenbibel“ führt die Schau den universalen Charakter des biblischen Textes vor Augen und macht deutlich, wie sehr dieser in die verschiedenen Lebensbereiche der Menschen hinein gewirkt hat.

2015

Kreuzigungen
Meisterschüler in Dialogen mit Beckmann, Corinth, Dalí, Slevogt und Hrdlicka

Mit neuen Arbeiten der Meisterschüler Kristina Berndt, Caroline Günther, Michael Klipphahn und Winnie Seifert
Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und den Städtischen Museen Zittau
20. September 2015 bis 13. November 2015

Die Kreuzigung von Jesus Christus: Mit kaum einem christlichen Bildmotiv haben sich Künstler über alle Epochen hinweg intensiver auseinandergesetzt. Entsprechend des jeweiligen Zeitgeschmacks und auch abhängig von dogmatischen Veränderungen wurden dabei verschiedene Darstellungsmodi entwickelt, die den Kreuzestod jeweils aktualisiert in die Gegenwart überführten. Das Sakralmuseum St. Annen in Kamenz, welches in seiner Dauerausstellung zahlreiche mittelalterliche Kreuzigungsszenen präsentiert, widmet sich mit dem vergleichenden Blick auf die Moderne und Gegenwart daher nun erstmals diesem zentralen Thema der Kunstgeschichte.

Um der Frage nach der Aktualität der Kreuzigung im 20. und vor allem im 21. Jahrhundert nachzugehen, führt die Ausstellung, die in der Galerie des Sakralmuseums insgesamt neun Arbeiten präsentieren wird, aus dem Bestand der Städtischen Museen Zittau verschiedene Druckgrafiken der klassischen Moderne wie der Nachkriegsmoderne zusammen. Vereint werden diese Blätter in visuellen und motivischen Dialogen, die mal offen liegen, dann wieder im Verborgenen wirken, mit speziell für die Sonderausstellung geschaffenen Arbeiten von Kristina Berndt, Caroline Günther, Michael Klipphahn sowie Winnie Seifert, allesamt Meisterschüler in der Klasse von Prof. Ralf Kerbach an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Zum Download:
Flyer [294 KB] und Plakat [486 KB]

Susanne Hanus - Verstrickungen
Eine temporäre Installation im Rahmen des Jubiläums „450 Jahre Wendische Kirche St. Annen“

5. Juni bis 25. September 2015

Die Klosterkirche und das Sakralmuseum St. Annen in Kamenz feiern im Jahr 2015 ein ganz besonderes Jubiläum: Es jährt sich der erste evangelische Gottesdienst in sorbischer Sprache in der Klosterkirche St. Annen zum 450. Mal!
Damit das wichtige Jubiläum bereits im Sommer gefeiert werden kann und in unser Bewusstsein rückt, hat das Sakralmuseum die in Berlin geborene und international arbeitende Zeichnerin und Installations- und Konzeptkünstlerin Susanne Hanus (geb. 1975) eingeladen.
Frau Hanus beschäftigt sich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema der „Vernetzung“/“Verstrickung“. In Kamenz wird sie nun ihre feinmaschigen Netze weiter verweben und damit dem gotischen Kirchenraum eine neue, einer 3-dimensionalen Zeichnung ähnliche Rauminstallation hinzufügen!

Flyer zum Download [178 KB]

Sandro Porcu / Justus
In Zusammenarbeit mit der Galerie FLOX / Schirgiswalde-Kirschau

9. Mai - 20. Mai 2015
Als künstlerischen Beitrag zur 7. Nacht der Kamenzer Kirchen und Museen hat das Sakralmuseum den italienischen Künstler Sandro Porcu (geb. 1966) eingeladen. Bis zum 20. Mai zeigt dieser im Chor der Klosterkirche seine figürliche Plastik „Justus“. Der Besucher mag auf den ersten Blick überrascht sein, an diesem Ort einen scheinbar träumenden Jungen auf einem Rasenstück anzutreffen; die Verbindung dieser Arbeit mit der mittelalterlichen Himmelswiese im gotischen Gewölbe sowie den spielenden Apostelkindern auf dem Annenaltar spannt dann aber vielschichtige Verbindungslinien auf, die es zu entdecken gilt.

Zwei Klassiker auf Weltreise
Übersetzungen von Lessings "Nathan" und Goethes "Werther"
26. Februar bis 10. Mai 2015

Die Anregung zu dieser Ausstellung ging von einer Schau aus, die unter dem Titel »… mein Werther – dein Werther – unser Werther … ›Die Leiden des jungen Werthers‹. Ein Roman über-windet Grenzen« 2012 in Wetzlar und 2013 im Frankfurter Goethe-Haus gezeigt wurde. Sie basierte auf der ›Werther‹-Abteilung der Wetzlarer Stadtbibliothek, für die bis heute Übersetzungen von Goethes Roman in 59 Sprachen zusammengetragen wurden. Das Lessing-Museum wiederum besitzt etliche Übertragungen von Lessings ›Nathan‹ in andere Sprachen. Der ›Nathan‹ und der ›Werther‹ sind jeweils die erfolgreichsten Werke der beiden Autoren, die ihrerseits zu den bis heute bekanntesten und einflussreichsten deutschen Schriftstellern zählen. Nicht zuletzt belegt dies auch die weltweite Ausstrahlung der beiden Werke, die eindrucksvoll von der Aktualität der Gedankenwelt der Verfasser zeugt. Die zahlreichen Übersetzungen, die auch in Europäern sehr fremd anmutenden Sprachen vorliegen, bieten sinnliche Reize, die im Zusammenspiel von Sprache, Schrift und Gestaltung entstehen.
Eine Sonderausstellung des Lessing-Museums Kamenz anlässlich der 50. Kamenzer Lessing-Tage 2015, in Kooperation mit der Stadtbibliothek Wetzlar und Frau Katharina Lehnert-Raabe (Wetzlar)

2014/15

Tony Franz - Draw into
27. November 2014 - 20. Januar 2015

Tony Franz (geb. 1985 in Zwickau) ist ein Meister der Bleistiftzeichnung. Seine technisch hochversierten Arbeiten, die eine besonders charakterstarke Position innerhalb der jungen Zeichnung der Gegenwart markieren, öffnen vielfältige Assoziationsräume, die sich jenseits der Eindeutigkeit entfalten. Ausgebildet an der Hochschule für Bildende Künste Dresden stellt der Künstler unter dem Titel "draw into" nun erstmals in der Galerie des Sakralmuseums aus.
Die Schau bietet anhand von Bleistiftzeichnungen, historischen Bilddokumenten und Installationen eine vielschichtige Annäherung an den weltweit wahrgenommenen Entführungsfall des Lindbergh-Babys von 1932 und beleuchtet damit ein heute kaum noch bekanntes Kapitel Kamenzer Geschichte: Der vermeintliche und in den USA zum Tode verurteilte Kindesmörder Bruno Richard Hauptmann (1899-1936) stammte aus der Lessingstadt.

Tony Franz im Rahmen der Eröffnung am 26. November 2014 vor seinen Werken

Einführungsvortrag von Dr. Sören Fischer [121 KB]

2014

DIE MACHT DES GEDRUCKTEN WORTES
Die Anfänge der Buchdruckerkunst in der Schweiz
2. April - 31. August 2014

Durch die Erfindung des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern und der Druckerpresse Johannes Gutenbergs (ca. 1400 – 1468) um 1450 in Mainz kam es zu einer rasanten Ausbreitung der Buchdruckerkunst in ganz Europa. Die Bewegungen des Humanismus und der Reformation nutzten diese, um ihre Ideen zu verbreiten und möglichst schnell viele Menschen zu erreichen. Es entstanden zahlreiche Druckereien, auch Offizinen genannt.
In der Schweiz entwickelte sich die Universitätsstadt Basel zum bedeutendsten Zentrum des Buchdrucks.
An Beispielen aus dem Bestand der alten Kamenzer Stadt- bzw. Schulbibliothek, die heute als historischer Buchbestand dem Stadtarchiv angeschlossen ist, lassen sich diese Anfänge der Buchdruckerkunst in der Schweiz dokumentieren.

2013/14

Christina Hantsch
Ölbilder und Fundstückarbeiten


Ausstellung vom 7. November 2013
bis 12. Januar 2014

2013

Georg Baselitz - Graphiken aus dem Besitz der Deutschen Bank

15. August bis 6. Oktober 2013

2013

Horst Janssen und Lessing. Graphik

In dieser Ausstellung präsentierte das Lessing-Museum Graphiken des Künstlers Horst Janssen (1929 - 1995).
Darunter befand sich auch das im Stil eines Rollbildes gearbeitete Werk "Die Nachtigall und die Grille" (nach Lessings Fabel), welches das Lessing-Museum im Jahr 2012 angekauft hat.

2013

Camencia Jagellonica - Die Gründung des Franziskanerklosters St. Annen in Kamenz

Vom 6. März bis 16. Juni 2013 wurde über die Gründung des Kamenzer Franziskanerklosters eine interessante Schau gezeigt.
Der Ausstellungskatalog dazu ist in der Kamenz-Information zu bekommen.

Jan Rüttinger bei der Einführung in die Ausstellung Besucher beim interessierten Studium

2012

Bruder Wind,
Schwester Wasser,
Bruder Feuer,
Mutter Erde

Künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Sonnengesang des Franziskus von Assisi

Werke von Michael Voigt, Ralph Assmann, Benjamin Schluttig, Janusz Motylski, Agata Makutynowicz-Turska, Violetta Nurowska, Zofia Czarnecka
Die Werke entstanden während des deutsch-polnischen Künstler-Workshops im Steinbruch „Am Krabatstein“ bei Miltitz vom 07.05. bis 13.05.2012.
Der Workshop war Teil des Projekts „Via Sacra – Zwei Städte ein Weg“, finanziert durch das Operationelle Programm der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Sachsen-Polen 2007 - 2013.
Eine Ausstellung der Städtischen Sammlungen Kamenz vom 7. September bis 28. Oktober 2012.