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Ausstellung

in der Galerie im Sakralmuseum / Klosterkirche St. Annen

Läuft derzeit:

ACHTZIG SCHÄTZE DER STÄDTISCHEN SAMMLUNGEN KAMENZ –
KOSTBAR UND AUSGEWÄHLT

Begleitend zur Veröffentlichung des neuen Meisterwerkekatalogs wird die Sonderausstellung „ACHTZIG SCHÄTZE DER STÄDTISCHEN SAMMLUNGEN KAMENZ: KOSTBAR UND AUSGEWÄHLT“ mit circa zwanzig ausgewählte Highlights des Buches gezeigt. Die Schau bietet damit einen abwechslungsreichen Einblick in die Publikation. Erstmals kann nun die Sammlungsqualität des Lessing-Museums, des Sakralmuseums St. Annen, der Stadtgeschichte im Malzhaus sowie des Stadtarchivs anhand von achtzig ausgewählten Objekten der europäischen Kunst -, Literatur- wie Geistesgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart vorgestellt werden. Gerade mit ihren verschiedenen sich ergänzenden Schwerpunkten verfügen die Städtischen Sammlungen über eine überregional bedeutende wie vielfältige Kunst- und Objektüberlieferung.
So präsentiert der Katalog beispielsweise originale Handschriften des Ablasspredigers Johannes Tetzel, des Reformators Philipp Melanchthon, des Astronomen Tycho Brahe, der Dichter Gotthold Ephraim Lessing und Johann Wolfgang von Goethe sowie Druckgrafiken und Gemälde aus der Zeit Lucas Cranachs d. Ä. Ferner werden einmalige bemalte Glasgefäße, mittelalterliche Urkunden, Inkunabeln und humanistische Drucke der Renaissance, Gemälde des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, eine repräsentative Plakatsammlung der Zeit zwischen 1925 und 1990 und ein feiner Bestand an moderner und zeitgenössischer Kunst, maßgeblich auf Papier, vorgestellt. Vertreten sind beispielweise Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Claudia Berg, Tony Franz, Angela Hampel, Horst Janssen, Michael Klipphahn, Gottfried Zawadzki sowie von Georg Baselitz.
Wissenschaftlich besprochen werden darüber hinaus die spätmittelalterlichen Schnitzaltäre und die sakrale Bildhauerkunst böhmisch-schlesischer Prägung, die als Dauerleihgaben der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Kamenz im Sakralmuseum St. Annen präsentiert werden. Kurioses wie eine reliquienartige Haarlocke Lessings, des großen Sohns der Stadt, rundet die acht Jahrhunderte umfassende Objektgeschichte ab. Verfasst wurden die Beiträge von Thomas Binder, Sören Fischer, Matthias Hanke, Sylke Kaufmann, Ragnit Michalicka, Carsta Off, Birka Siwczyk und Christian Tausch.
Ermöglicht wurde der Katalog, der über die Städtischen Sammlungen Kamenz, über den Michael Imhof Verlag sowie über den Buchhandel zu erwerben ist, durch die Förderung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sowie des Vereins der Freunde und Förderer der Städtischen Sammlungen Kamenz e.V.

Ausstellungsdauer 30. November 2018 bis 7. Januar 2019

Denkbilder - Glaubensbilder

Menorah 2
Menorah 2 (c) Reiner Tischendorf, Blattgold-Collage, 2007

Reiner Tischendorf

Im Rahmen der diesjährigen Lessing-Tage präsentiert das Kamenzer Sakralmuseum St. Annen in seinen Räumen eine besondere Personalausstellung von Reiner Tischendorf. Der 1947 in Roßwein/Sachsen geborene und seit 1976 in Dresden tätige Künstler ist durch sein vielfältiges Schaffen weit über die Region hinaus bekannt. So gestaltete er beispielsweise 2001 den Altarbereich der Radebeuler Kirche „Christus König“ und entwarf 2009 für die Rekonstruktion der Renaissance-Malerei im Großen Hof des Dresdener Residenzschlosses mehrere Wandbilder. Der künstlerische Schwerpunkt liegt bei Tischendorf, der seine Ausbildung an der Hochschule für bildende Künste Dresden in der Fachrichtung „Malerei, Grafik, Wandmalerei“ 1981 mit dem Meisterschülerstudium abgeschlossen hat, auf bildhauerischen Objekten. In diesen verbindet er die Faszination für scheinbar banale Natur- und Alltagsobjekte wie Hölzer, Steine, Metall- und Möbelstücke mit einer einfühlsamen Materialästhetik, die auch die Sehgewohnheit der Betrachter herausfordert.
Vielen seiner Objekte, die dem erweiterten Bildhauerbegriff der Gegenwartskunst verpflichtet sind, verleiht Tischendorf neue, teils irritierende Sinnschichten, die gewohnte Begriffe und Denkbilder in Frage stellen; etwa, wenn sich einfache Blechnäpfe in proto-sakrale Opferschalen verwandeln. Inhaltlich überaus wichtig ist in den Arbeiten auch der Einsatz der Vergoldung, die der Künstler meisterhaft beherrscht. Immer wieder sucht Tischendorf dabei die Auseinandersetzung mit der jüdischen wie christlichen Bildwelt. So beispielsweise in der großformatigen Blattgold-Collage „Menorah 2“ von 2007, die den siebenarmigen Leuchter auf geometrische Formen reduziert. Die Sonderausstellung „Denkbilder – Glaubensbilder“ stellt das Schaffen Tischendorfs erstmals in Kamenz vor und bietet mit Blattgoldarbeiten, Collagen, Entwurfsskizzen, Holzplastiken und Modellen einen facettenreichen Werküberblick der zurückliegenden zehn Jahre. Einige Objekte werden dabei im gotischen Kirchenraum präsentiert, so dass zwischen der zeitgenössischen Kunst und den ebenfalls vergoldeten spätmittelalterlichen Schnitzaltären des Museums Dialoge und Spannungen entstehen.

Eröffnung 30. Januar 2019 | 19 Uhr
Ausstellungsdauer 31. Januar bis 26. März 2019

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