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SCHAU 1

© Donath / VG-Bild Kunst Bonn 2018

VERLUST
Susan Donath zu Gast im Sakralmuseum
Mit korrespondierenden Werken von Albrecht Dürer bis Georg Baselitz


18. April bis 8. Juli 2018

Das Sakralmuseum widmet sich 2018 in einer Sonderausstellung und mehreren Begleitveranstaltungen dem hochaktuellen Thema des Verlustes.

Verlusterfahrungen sind ein elementarer Bestandteil der menschlichen Existenz. Sie durchziehen das Leben, angefangen bei der Geburt, die den Menschen seiner mütterlichen Geborgenheit entreißt, endend mit dem Tod und der durch ihn aufgeworfenen Frage: Was bleibt? Verlusterfahrungen berühren und öffnen Räume für Konflikte, aber auch für Neues; sei es in Gestalt von Heimatverlust, Glaubensverlust oder Traditionsverlust.
Die in Thüringen geborene und heute in Dresden lebende Bildhauerin und Konzeptkünstlerin Susan Donath (*1979) beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Sepulkralkultur, Erinnerungskunst und Bildern, die sich dem Sterben und Vergessen widmen. 2015 erhielt sie für ihr Schaffen die Anerkennung des Internationalen Lucas-Cranach-Preises der Stiftung Christliche Kunst (Verein Regionale Kunstförderung Kronach e.V. und Cranach-Stiftung Wittenberg). Gezeigt wurden ihre Arbeiten u.a. in der Gedenkstätte Buchenwald (Weimar), in Ústí nad Labem (Tschechische Republik) sowie im Albertinum (Staatliche Kunstsammlungen Dresden).
Mit ihren Themengebieten fügen sich Donaths Arbeiten sehr eng in den Kontext des Sakralmuseums; rücken dessen Kunstwerke aus der Zeit zwischen 1400 und 1850 doch vielfach selbst das Sterben und Erinnern in den Mittelpunkt. „Susan Donath“, so Dr. Sören Fischer, der Kurator der Sonderausstellung, „bezieht sich mit „VERLUST“ auf die besondere sakrale Tradition des Sakralmuseums und formt neue, zeitgenössische Interventionen für den gotischen Kirchenraum. Eine wichtige Rolle spielen dabei Totenkronen, die von der Künstlerin mit Verweis auf die Blumenkronen in der Kamenzer St.-Just Kirche und im Sakralmuseum neu geschaffen und interpretiert werden.“ Auch Gedanken zum eigenen Vergehen dringen in das Ausstellungskonzept ein. Etwa wenn Susan Donath in einer großen Kugelschreiberzeichnung auf Papier das Flächenmaß Ihrer Haut in das Medium der Kunst überführt, verfremdet und dem lebendigen Volumen des menschlichen Körpers damit irritierend seinen Raum entzieht. Ist das alles, was vom Leben bleibt? Diese performative Annährung an die Frage „Was bleibt?“ hinterfragt im Kontext des säkularen Zeitalters unseren Umgang mit Sterben, Tod und christlichen Werten.

Erweitert wird die Position von Donath durch korrespondierende Werke – kostbare Druckgrafiken, Ölbilder und Fotografien – von den Alten Meistern Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. und Agostino Carracci sowie von Gegenwartskünstler*innen wie Georg Baselitz, Anja Bohnhof, Thomas Kläber, Jürgen Matschie, Johanna Rüggen und Karen Weinert. Sie werden in der Galerie des Sakralmuseums und in der Klosterkirche schlaglichtartig verschiedene Erscheinungsformen des Verlustes vor Augen führen und deren Aktualität herausarbeiten. Welche gesellschaftliche Relevanz etwa hat heute noch eine Renaissance-Druckgrafik mit der Darstellung der biblischen Flucht nach Ägypten? Welche Auswirkungen, welche Konflikte, zeitigt der Verlust von Heimat, sei es in Gestalt der Auflösung der DDR, sei es in Gestalt des Tagebaus, der Vertrautes und Liebgewonnenes verschlingt und zugleich neue Landschaften erzeugt?

Am Dienstag, den 19. Juni 2018, ab 19 Uhr spricht die Dresdener Archäologin Jasmin Kaiser zum Thema „TOD UND RITUAL. VOM UMGANG MIT DEM TOD VOR 3000 JAHREN UND HEUTE“. Die Wissenschaftlerin stellt verschiedene historische Rituale von Tod und Erinnern vor. Die Vorträge finden in der Galerie des Sakralmuseums statt und kosten 3€ bzw. 1,5€ an der Abendkasse.

Kurator der Sonderausstellung: Dr. Sören Fischer, Städtische Sammlungen Kamenz

Lucas Cranach d.Ä.:
Flucht nach Ägypten,
Gersdorf-Stiftung, Inv. L 793, Museum Bautzen

SCHAU 2

15. Mai 2018 bis 28. Juni 2018
"Wendische Kirchen zwischen Löbau und Lieberose"

Innenhof des Kamenzer Rathauses

Auf Einladung der Städtischen Sammlungen Kamenz zeigt das Sorbische Museum Bautzen die Sonderausstellung "Serbske cyrkwje mjez Lubijom a Luborazom" - „Wendische Kirchen zwischen Löbau und Lieberose“ in Kamenz. Es handelt sich um eine zweisprachige Wanderausstellung, welche auf Roll-Ups die dazugehörigen Informationen präsentiert und in verschiedenen ausgewählten Stationen Halt macht.

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