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Ausstellung

in der Galerie im Sakralmuseum / Klosterkirche St. Annen

Denkbilder - Glaubensbilder

Menorah 2
Menorah 2 (c) Reiner Tischendorf, Blattgold-Collage, 2007

Reiner Tischendorf

Im Rahmen der diesjährigen Lessing-Tage präsentiert das Kamenzer Sakralmuseum St. Annen in seinen Räumen eine besondere Personalausstellung von Reiner Tischendorf. Der 1947 in Roßwein/Sachsen geborene und seit 1976 in Dresden tätige Künstler ist durch sein vielfältiges Schaffen weit über die Region hinaus bekannt. So gestaltete er beispielsweise 2001 den Altarbereich der Radebeuler Kirche „Christus König“ und entwarf 2009 für die Rekonstruktion der Renaissance-Malerei im Großen Hof des Dresdener Residenzschlosses mehrere Wandbilder. Der künstlerische Schwerpunkt liegt bei Tischendorf, der seine Ausbildung an der Hochschule für bildende Künste Dresden in der Fachrichtung „Malerei, Grafik, Wandmalerei“ 1981 mit dem Meisterschülerstudium abgeschlossen hat, auf bildhauerischen Objekten. In diesen verbindet er die Faszination für scheinbar banale Natur- und Alltagsobjekte wie Hölzer, Steine, Metall- und Möbelstücke mit einer einfühlsamen Materialästhetik, die auch die Sehgewohnheit der Betrachter herausfordert.
Vielen seiner Objekte, die dem erweiterten Bildhauerbegriff der Gegenwartskunst verpflichtet sind, verleiht Tischendorf neue, teils irritierende Sinnschichten, die gewohnte Begriffe und Denkbilder in Frage stellen; etwa, wenn sich einfache Blechnäpfe in proto-sakrale Opferschalen verwandeln. Inhaltlich überaus wichtig ist in den Arbeiten auch der Einsatz der Vergoldung, die der Künstler meisterhaft beherrscht. Immer wieder sucht Tischendorf dabei die Auseinandersetzung mit der jüdischen wie christlichen Bildwelt. So beispielsweise in der großformatigen Blattgold-Collage „Menorah 2“ von 2007, die den siebenarmigen Leuchter auf geometrische Formen reduziert. Die Sonderausstellung „Denkbilder – Glaubensbilder“ stellt das Schaffen Tischendorfs erstmals in Kamenz vor und bietet mit Blattgoldarbeiten, Collagen, Entwurfsskizzen, Holzplastiken und Modellen einen facettenreichen Werküberblick der zurückliegenden zehn Jahre. Einige Objekte werden dabei im gotischen Kirchenraum präsentiert, so dass zwischen der zeitgenössischen Kunst und den ebenfalls vergoldeten spätmittelalterlichen Schnitzaltären des Museums Dialoge und Spannungen entstehen.
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Eröffnung 30. Januar 2019 | 19 Uhr
Ausstellungsdauer 31. Januar bis 26. März 2019

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